Neben Lebenslauf, Anschreiben und Zeugnissen aus Schule, Ausbildung oder Studium vervollständigen Arbeitszeugnisse deine Bewerbung und nehmen hierbei je nach angestrebter Position und Dauer bisheriger Berufserfahrung mit den höchsten Stellenwert ein. Das Lesen eines Arbeitszeugnisses stellt dabei allerdings eine Kunst für sich dar. Die wohlwollende Formulierung, die vom Gesetzgeber vorgegeben wird, hat eine Zeugnissprache hervorgebracht, die für das ungeschulte Auge einige Verwirrung mit sich bringen kann. Welche Basics es zu beachten gilt und welche nett klingenden Sätze im Nachhinein gar nicht mal so nett gemeint sind, das zeigen wir dir hier:  

Der Aufbau eines Arbeitszeugnisses ist immer gleich, wobei die Inhalte zwischen unterschiedlichen Formen wie dem einfachen oder qualifizierten Zeugnis stark variieren. Das Zeugnis beginnt mit der Einleitung, deinem Namen und Geburtsdatum, der Stellenbezeichnung und deinem Eintrittstermin. Es folgt die Vorstellung der Firma mit einigen Standardangaben, wie Firmengröße, Fachgebiet und Organisationsform. Anschließend folgt eine meist stichpunkthafte Beschreibung deiner Aufgaben, beginnend mit der wichtigsten Aufgabe. Erst dann folgt der interessante Part: die Leistungsbeurteilung. Sie besteht aus verschiedenen Einzelaussagen zu Arbeitsweise, -bereitschaft, -befähigung, -erfolg, ggf. auch Führungsverhalten und einer abschließenden Gesamtbeurteilung. Je nach Branche oder Position können hier weitere Punkte hinzukommen oder auch wegfallen.  

Die Benotung von Arbeitsleistung, Verhalten und Gesamtbewertung verläuft analog zu Schulnoten von sehr gut (1) bis ungenügend (6). Ein Beispiel: “Herr Muster erledigte seine Aufgaben zu unserer Zufriedenheit”. Die Formulierung klingt ganz nett, bescheinigt aber bestenfalls eine ausreichende Leistung. Personalverantwortliche erkennen diese Bewertung sofort. Für noch schlechtere Bewertungen wird auf sogenannte Negativmarker zurückgegriffen. Die legendären “Geheimcodes der Personaler” finden in seriösen Unternehmen keine Anwendung mehr. Und doch verbreiten sie unter Arbeitnehmern noch heute Angst und Schrecken. Um deinen Sensationshunger zu stillen, haben wir hier aber ein paar der berüchtigten Codes zusammengefasst: 

  • Für die Belange der männlichen/weiblichen Belegschaft bewies er stets Einfühlungsvermögen 
    -> er suchte nach intimen Kontakten, belästigte Kollegen 
  • Durch seine Geselligkeit trug er zur Verbesserung des Betriebsklimas bei 
    -> er war oft betrunken 
  • Er war ein gesuchter Gesprächspartner
    -> er ist ein Schwätzer, tratscht zu viel 
  • Er hat ein gesundes Selbstvertrauen
    -> er ist arrogant 
  • Er setzte sich für die Belange seiner Kollegen ein 
    -> er war gewerkschaftlich aktiv – was für manche Arbeitgeber ein k.o.-Kriterium ist 
  • Wir wünschen ihm alles Gute und vor allem Gesundheit 
    -> er war oft krankgeschrieben 

Der Abschluss setzt sich aus mehreren Formulierungen zusammen, die über eine deutlich größere Aussagekraft verfügen als sich zunächst vermuten ließe. Auch das Ausstellungsdatum und die Positionen der Personen, die ihre Unterschrift unter dein Zeugnis setzen, fließen mit in deine Beurteilung ein. Was war der Grund des Ausscheidens aus dem Unternehmen? Was wünscht man dir? Welchen Eindruck hast du bei deinem alten Arbeitgeber hinterlassen? Welche Wertschätzung hat man dir entgegengebracht? Haben sich die Wege zwischen dir und deinem ehemaligen Arbeitgeber im Guten getrennt? All das sind Aspekte, die dein künftiger Arbeitgeber über dich erfährt.  

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